Verabschiedung Sabine Paul
„Eigentlich gibt es keinen Grund zu feiern…“ so stand es in der Einladung, der viele gefolgt waren, um die langjährige Pfarrsekretärin Sabine Paul in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Dennoch begrüßte Pfarrer Wirz so viele Gläubige in der Kirche Hl. Familie, wie er es sonst nur von den Krippenfeiern her kenne.
Aus dem Evangelium war zu hören, Jesus ist nach Galiläa zurückgekehrt und lehrt in der Synagoge „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“ (Lk, 4, 21). Die Menschen damals kannten Jesus von klein auf, deshalb sei es ihnen leichtgefallen, ihm zu glauben. Eigentlich müsse es wohl heißen: „Heute hat sich das Schriftwort erfüllt in euren Ohren“; Pfarrer Wirz übersetzte die Bibelstelle wortwörtlich. Wenn wir heute die Bibeltexte hören, haben wir es zugegebenermaßen viel schwerer, weil wir kein Gesicht von Jesus vor Augen haben. Aber wir selbst können Jesus unser Gesicht leihen durch unser Handeln und auf vielerlei Arten und Weisen, damit andere Menschen die Botschaft besser verstehen.
Sabine Paul sei zwar nicht Jesus, aber auch sie habe Jesus ihr Gesicht geliehen, und zwar an der wichtigen Schaltstelle im Pfarrbüro, so Pfarrer Wirz dann in seiner Laudatio auf Sabine Paul. Pfarrsekretärinnen seien das Gesicht der Gemeinde im Pfarrbüro, viel mehr als der Pfarrer, der ja selten da wäre.
Die Verbindung von Bürotätigkeiten und Seelsorge habe Sabine Paul sehr gut verstanden und auch mit Nachdruck betrieben; sie hatte stets ein offenes Ohr und freundliches Lächeln für Alle. Pfarrer Wirz habe ein wenig darunter „gelitten“, wenn er auf dem Weg zur 9 Uhr-Messe am Pfarrbüro vorbeimusste – dort warteten noch etliche Unterschriften auf ihn. Er entschuldigte sich dafür, dass er in solchen Situationen aus Zeitgründen nur karge Antworten gegeben habe und manchmal auch die Hintertür des Pfarrhauses benutzen musste, wenn die Zeit gar zu knapp war.
Am Ende des Arbeitstages legte sie ihm noch zu erledigende Dinge auf die Treppe, die stets 3 Dinge gemeinsam hatten:
- Sparsamkeit und Nachhaltigkeit (sie verwendete stets Zettel, die auf der Rückseite schon einmal bedruckt waren)
- Großzügigkeit und Prägnanz (4 Worte auf einer DIN A 4 Seite)
- Unleserlich (er konnte die Schrift erst nicht lesen, später konnte er sie dann immer besser entziffern)
Sabine Paul quittierte diese „Kritik“ mit dem ihr ureigenen charmanten Lächeln!
Früher glaubte Pfarrer Wirz, gewagte Farben zu tragen sei ein Privileg des Domkapitels, Sabine Paul habe es aber locker „getoppt“. Charakteristisch ist auch ihr helles, fröhliches und offensives Lachen und ihre Fachkompetenz; sie kennt die Telefon-Nr. der Gemeindemitglieder auswendig. Und zu den Besprechungen im Büro habe es statt ungesundem Kaffee und Keksen stets Tee und Kohlrabi gegeben.
In ihren 18 Jahren als Pfarrsekretärin hat Sabine Paul 4 Pfarrer, eine Gemeindereferentin, 2 Diakone und 2 Fusionen erlebt. Tätig war sie in 3 Pfarrbüros und hat die Zusammenlegung der dezentralen Pfarrbüros Hl. Familie, Westfeld und Groß Düngen zum zentralen Pfarrbüro in Detfurth mit- und somit dazu beigetragen, dass die Fusion zu St. Gallus an dieser Stelle gelungen ist.
Darüber hinaus hat sie sich auch ehrenamtlich an ihrem Kirchort Hl. Familie engagiert. Das Projekt „Ein Pfund mehr“ zur Unterstützung des Guten Hirten hat sie mitinitiiert, wirkte an der Vorbereitung der Familienmessen mit und war als Kommunionhelferin tätig.
Als Vertreterin der Gremien und im Namen der Gemeinde wünschte ihr Rainhild Montag alles Gute, vor allem Gesundheit und Gottes Segen für ihren wohlverdienten Ruhestand, die „Un-Ruhe“ habe sie ja im Pfarrbüro zur Genüge gehabt. Und da sie der Gemeinde erhalten bleibt, gibt es auch einen Grund zu feiern.
Rainhild Montag und Monika Ernst überreichten das Geschenk der Gemeinde zusammen mit einem Blumenstrauß in den Lieblingsfarben der scheidenden Pfarrsekretärin - incl. „Pink Lady“, die Gemeinde bedankte sich mit anhaltendem Applaus.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim hatten alle ausgiebig Gelegenheit, sich noch einmal persönlich bei Sabine Paul für ihren Dienst zu bedanken und mit Sekt anzustoßen und sich mit kalten und warmen Getränken, Suppe, Schnittchen und Kuchen zu stärken.
Eine selbstgedichtete musikalische Einlage durch das Ehepaar Koch brachte alle Gäste zum Mitsingen und trug zur guten Stimmung der Gäste bei, die aus den verschiedensten Gemeindeteilen gekommenen waren. Das LLT Süd hatte eine „Wünsche-Wand” aufgebaut, auf der Wegbegleiter, Freunde, Verwandte und Gemeindemitglieder ihre guten Wünsche für den Ruhestand anbringen konnten.
Angela, Silvia & Rainhild